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Πέμπτη 13 Φεβρουαρίου 2014

Glücksfall Euro


12/2/2014

Eine eigene Währung gilt manchen als Patentrezept gegen die Probleme der Euro-Zone. Doch nun leiden Schwellenländer wie die Türkei unter schweren Währungsturbulenzen. Das zeigt: Ganz so einfach ist die Sache nicht.

Für Bernd Lucke ist die Sache klar. Griechenland und andere Krisenländer sollen aus dem Euro austreten – dann wird alles gut. Wenn Griechenland eine eigene Währung habe, könne es abwerten und so wieder wettbewerbsfähig werden. Als leuchtendes Beispiel führt der Chef der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD) gerne die Türkei an. „Die Türkei hat doch nicht viel bessere Produkte als Griechenland, [sie] boomt aber dank ihrer eigenen Währung“, sagte Lucke dem Spiegel im Juli 2013.

Seitdem hat die türkische Lira rund 20 Prozent ihres Wertes verloren. Jetzt wird offenkundig, dass die Türkei lange über ihre Verhältnisse gelebt hat und sich viel zu hoch im Ausland verschuldete. Das Land droht in einen Strudel aus Abwertung, Rezession und Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Auch andere Schwellenländer wie Südafrika oder Indien haben ähnliche Probleme. Am Dienstag musste die kasachische Notenbank den Wechselkurs der Landeswährung Tenge um 19 Prozent abwerten.

Die Währungen vieler Schwellenländer sind mächtig unter Druck geraten. Mit allen Mitteln versuchen ihre Notenbanken nun gegenzusteuern. Die türkische Zentralbank beispielsweise hat jüngst den Leitzins auf einen Schlag von 4,5 auf 10 Prozent angehoben. Viele Marktbeobachter sprachen von einer Panikaktion.

„Deutsche Euro-Skeptiker haben lange behauptet, der Kontrast zwischen Griechenland und der Türkei zeige, dass Länder mit eigener Währung besser fahren“, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. „Die türkischen Turbulenzen zeigen, dass dieses Argument so nicht stimmt. “ Es komme auf die Wirtschaftspolitik an. Schmieding ist überzeugt: „Ohne den Euro hätten wir jetzt ähnliche Turbulenzen innerhalb Europas.“ Vor dem Euro hätten sich Währungsspannungen in Europa oftmals auf eine Art entladen, die erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet habe.

Ähnlich äußert sich der US-Ökonom Edwin Truman vom Peterson Institute for International Economics in Washington. „Ich gehe fest davon aus, dass es ohne den Euro ähnliche Probleme in Europa gegeben hätte wie jetzt in den Schwellenländern, vor allem 2008 und auf jeden Fall Anfang 2010", sagt er. Die Vorteile einer gemeinsamen Währung hätten den Ländern der Euro-Zone vor allem während der Finanzkrise geholfen. „Die Regierungen konnten sich auf die Bekämpfung der Krise mit geld- und fiskalpolitischen Mitteln konzentrieren und mussten sich nicht auch noch mit dem Wechselkurs herumschlagen.“
Währungsturbulenzen in Schwellenländern

Noch gut in Erinnerung ist vielen Experten der Zusammenbruch des Europäischen Währungssystems (EWS) in den Jahren 1992/93. Damals waren die Schwankungen zwischen den Währungen der größten europäischen Volkswirtschaften durch einen Korridor begrenzt: Um maximal 4,5 Prozent durften sie zueinander schwanken. Der Spekulant George Soros und andere Investoren hielten damals das britische Pfund für überbewertet und verkauften es massiv. Für Soros und Co war das ein Geschäft ohne Risiko: Das Schlimmste was ihnen hätte passieren können, wäre gewesen, dass der Wechselkurs ihren Attacken standhält und auf seinem alten Niveau bleibt.

Doch sie hatten Erfolg. Am 16. September 1992 trat Großbritannien aus dem EWS aus und gab den Wechselkurs frei. In den nächsten fünf Wochen stürzte das Pfund gegenüber der D-Mark um 15 Prozent und zum US-Dollar um 25 Prozent. Damals litt vor allem Deutschland unter den Verwerfungen. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte 1993 um mehr als ein Prozent.

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