Πέμπτη 15 Μαΐου 2014

Helmut Kohl: „Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden“


15/5/2014

In 16 Jahren als Bundeskanzler (1982 – 1998) prägte Helmut Kohl die deutsche Politik der Bundesrepublik wie kaum ein anderer Politiker. Höhepunkt seiner Karriere ist sein Verdienst um die deutsche Wiedervereinigung.

Helmut Kohl (geboren 1930) ist der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg aktiv miterlebte. Als 15-Jähriger wurde er an die Front beordert – eine Erfahrung, die seine politische Arbeit entscheidend prägte. 1947 wurde Helmut Kohl CDU-Mitglied und startete seine Politikkarriere. 1963 war er jüngster Fraktionschef, von 1973 an CDU-Bundesvorsitzender, 1982 wurde er Bundeskanzler. Seine politische Tatkraft macht 1990 die deutsch-deutsche Wiedervereinigung möglich – trotz anfänglicher Bedenken in In- und Ausland. Gemeinsam mit George Bush und Michail Gorbatschow schafft Kohl die deutsche Einheit! Als Vordenker und treibende Kraft in der Entwicklung der europäischen Union sorgt Helmut Kohl für eine dauerhafte Grundlage für ein friedliches Europa. Privat folgten schwere Schicksalsschläge: 2001 starb Kohls schwer kranke Ehefrau Hannelore, mit der er seit 1960 verheiratet war, er selbst sitzt seit einem schweren Sturz 2008 im Rollstuhl. Helmut Kohl ist seit 2008 mit der Volkswirtin Maike Richter verheiratet.

 Πηγή

Von KAI DIEKMANN

BILD: Herr Bundeskanzler, in 10 Tagen, am 25. Mai, wählt Europa. Was wünschen Sie sich für die Wahl?

Kohl: „Dass die Menschen wählen gehen und dass wir gewinnen. Dass wir also die stärkste Partei werden.“

BILD: Was heißt wir?

Kohl: „,Wir‘, das heißt in Deutschland CDU und CSU, und in Europa steht „wir“ für unsere Partner im Verbund der christlichen Demokraten, der Europäischen Volkspartei EVP.“

BILD: EVP-Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker besucht Sie am morgigen Freitag...

Kohl: „Ich hoffe, dass mein Freund Jean-Claude Juncker die Wahl für uns gewinnt und dass er Kommissionspräsident wird.“

BILD: Es wird gerade heftig diskutiert, ob der Sieger der Wahl – also Juncker für die EVP oder Martin Schulz für die Sozialdemokraten und Sozialisten – automatisch Kommissionspräsident werden soll. Ist das auch Ihre Meinung?

Kohl: „Ich meine, dass hier die offene Formulierung im Lissabon-Vertrag ganz klug ist und ernst genommen werden sollte. Es gibt gar keinen Grund für eine Festlegung.“

BILD: Was heißt das im Klartext?

Kohl: „Das heißt, dass die Staats- und Regierungschefs der europäischen Mitgliedstaaten unter Berücksichtigung des Wahlergebnisses – so heißt es ja im Vertrag – einen Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten vorschlagen. Und das Europaparlament wählt dann diesen Kandidaten. Und dafür reicht es meines Erachtens völlig aus, wenn der Kandidat bei der Europawahl ein sehr gutes Wahlergebnis hatte. Sollte der Kandidat im Parlament nicht die Mehrheit bekommen, müssen die Staats- und Regierungschefs einen neuen Kandidaten vorschlagen.“

BILD: Ist das nicht undemokratisch?

Kohl: „Überhaupt nicht. Sie dürfen die Struktur Europas nicht mit den Strukturen in den Mitgliedstaaten vergleichen. So weit sind wir – leider, sage ich – in Europa noch nicht. Und Sie müssen ja auch sehen, dass die Staats- und Regierungschefs ihrerseits eine starke demokratische Legitimation mitbringen. Außerdem sind die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die den Kommissionspräsidenten wählen, vom Bürger direkt gewählt. Auch aus diesem Grund ist es übrigens wichtig, dass die Menschen wählen gehen und sich genau überlegen, wem sie ihre Stimme geben.“

BILD: Was wünscht sich der Ehrenbürger Europas für sein Europa?

Kohl: „Dass wir in Europa wieder nach vorne gehen. Europa ist unsere Zukunft. Europa ist unser Schicksal. Europa bleibt eine Frage von Krieg und Frieden mit allem, was dazugehört: neben dem Frieden auch die Freiheit, der Wohlstand und die Demokratie.“

BILD: Was muss der Kommissionspräsident dafür als Erstes tun?

Kohl: „Er muss Europa zu einer Herzensangelegenheit aller Europäer machen.“

BILD: Und was sind konkret die dringendsten Fragen für Europa, was muss passieren?

Kohl: „Die Finanzen müssen wieder in Ordnung gebracht werden. Da sind alle gefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen, die Mitgliedstaaten ebenso wie Brüssel. Und darüber hinaus muss die Politische Union wieder auf die Agenda gesetzt werden. Dazu gehören neben Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik vor allem auch die Außen- und Sicherheitspolitik.“

BILD: Herr Bundeskanzler, letzte Frage: Was sagen Sie zu Ukraine und Russland?

Kohl: „Ich bin voller Sorge über die Entwicklung. Das ist eine sehr ernste Situation. Wir müssen jetzt vor allem schnell wieder miteinander ins Gespräch kommen. Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass das auch möglich ist. Wir müssen es nur wollen.“

Πηγή

Σχετική δημοσίευση εδώ

Δεν υπάρχουν σχόλια:

Δημοσίευση σχολίου