11/12/2014
Das Krisenkind Europas steht vor Wahlen – und hat wieder Probleme. Das Verlassen der Euro-Zone wäre eine Lösung. Aber auch dann müsste die EU Griechenland weiter mit Milliarden unterstützen.
Nichts ist gut in Griechenland. Freilich: Die Wirtschaft ist im Sommer mit 0,7 Prozent so stark gewachsen wie in keinem anderen Euro-Land. Es kann sogar sein, dass die Rezession nach sechs Jahren vorüber ist. Aber Griechenland ist dabei, die zarten Erfolge wieder zu ruinieren.
Die Anleger verlieren das Vertrauen, dreijährige Staatsanleihen rentieren bei sagenhaften 8,5 Prozent, die Börse bricht ein. Wenn die Regierung die bisherigen Reformerfolge nicht verspielen will, muss sie noch zwei Schippen drauflegen, anstatt die internationalen Finanzkontrolleure schnellstmöglich abschütteln zu wollen und die bisherigen Erfolge in rosaroten Farben zu preisen.
Es ist zweifelhaft, dass es dazu kommt. Spätestens Anfang Februar drohen Neuwahlen, aus der die linken Reformbremser als Sieger hervorgehen dürften. Und selbst, wenn es anders kommen sollte, weil man sich doch noch rechtzeitig auf einen neuen Staatspräsidenten einigt: Das Volk ist reformmüde, und darum wird es die von den internationalen Geldgebern geforderten weiteren Strukturanpassungen nur sehr unvollkommen geben.
Die Euro-Krise lebt
Das Drama um Griechenland macht deutlich: Die Euro-Krise lebt. Die schöne Geschichte von Merkel & Co über die Rettung von Krisenstaaten und eine neue Stabilität der Euro-Zone ist ein Märchen geblieben. Hinzu kommt, dass mit den Sorgenkindern Italien und Frankreich und den düsteren Aussichten für Banken die Risiken für den Währungsraum weiter gestiegen sind.
Mit Blick auf Griechenland müssen die Rettungseuropäer sich jetzt entscheiden: Entweder sie halten das Land trotz Reformmüdigkeit, Tricks bei der Haushaltsplanung und politischer Krise mit weiteren Milliardenkrediten und einem erneuten Schuldenschnitt weiter künstlich über Wasser, oder sie ziehen die Notbremse. Griechenland sollte aus dem Euro austreten. Natürlich müssten die Europäer das Land auch nach dem Währungsschnitt mit Milliarden unterstützen. Aber das wäre eine gute Investition.
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