10/12/2014
Vorgezogene Wahlen schüren Ängste
An der griechischen Börse geht weiterhin die Furcht vor einer Neuauflage der Krise in Griechenland um. Die Neuwahl des Staatspräsidenten lässt Aktienkurse weiter fallen und Anleiherenditen klettern.
Von Erholung auch am Mittwoch keine Spur in Athen: Der griechische Leitindex startete am Mittwochmorgen rund 2,6 Prozent leichter in den Handel. Tags zuvor hatte der Index den größten Tagesverlust seit 1987 erlitten - sage und schreibe um 13 Prozent waren die Aktienwerte ins Minus getrudelt, allen voran Banken- und Finanztitel.
Krisensignale vom Rentenmarkt
Auch der Anleihemarkt dient Beobachtern als Krisenbarometer, das heftig ausschlägt. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen, die gestern bereits auf knapp 8,00 Prozent angestiegen waren, kletterten am Mittwoch weiter: Bei 8,216 Prozent lag die Rendite der langlaufenden Staatspapiere am Morgen. Noch darüber wurden die Renditen kurzlaufender Staatsanleihen festgestellt: Dreijährige Papiere rentieren derzeit bei 8,549 Prozent - für Beobachter ist dies ein klares Krisensignal.
Die Panik-Stimmung bei Marktteilnehmern in Griechenland hat ihre Gründe in der politischen Spaltung des Landes, die nun immer stärker zutage tritt. Weil das regierende Bündnis aus Nea Dimokratia und der Pasok unter Regierungschef Antonis Samaras um seine Macht fürchtet, wurde die Wahl des Staatspräsidenten von Februar auf kommenden Mittwoch (17. Dezember) vorverlegt. Der Staatspräsident wird in Griechenland vom Parlament bestimmt. Und dort hat das Regierungsbündnis nur eine hauchdünne Mehrheit mit 155 Sitzen. Da für eine Wahl aber zunächst eine Zwei-Drittel- und in späteren Wahlgängen eine Drei-Fünftel-Mehrheit (180 Stimmen) erforderlich ist, könnte dem Land eine neue Hängepartie bevorstehen.
Opposition als Troika-Kritiker
Denn sollte eine Wahl des Regierungs-Kandidaten Stavros Dimas scheitern, stünden vorgezogene Parlamentswahlen an. Und dabei dürfte die oppositionelle Syriza deutlich an Boden gewinnen. Syriza will steht den Vorgaben der Troika aus EU, EZB und IWF kritisch gegenüber und hat sich gegen die Kürzung von Gehältern und Renten ausgesprochen. Die sind allerdings Voraussetzung für die Finanzhilfen, die das Land vor der Pleite bewahrt haben.
Für die Finanzmärkte verheißt dies in den kommenden Tagen und Wochen nichts Gutes: Nach einer Patt-Situation in der kommenden Woche und der Ausrufung von Neuwahlen könnte die Krise in Griechenland eine Neuauflage erleben.
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