Τετάρτη 29 Οκτωβρίου 2014

Märkte spekulieren auf Zerfall der Euro-Zone


29/10/2014

An den Finanzmärkten macht sich Skepsis breit, viele Investoren spekulieren sogar auf einen Zerfall der Währungsunion. Und die Kapitalflucht aus der Euro-Zone erreicht besorgniserregende Dimensionen.


Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren kommt es in der Euro-Zone wieder zu großen Kapitalabflüssen

Europa rückt zusammen. Schon am kommenden Dienstag wird eine weitere europäische Union gegründet. Dann übernimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufsicht über die Banken in der Euro-Zone, es ist der Start der Bankenunion. Doch schaut man hinter die Kulissen, verblasst dieses eigentlich historische Ereignis.

Denn die Finanzmärkte spielen derzeit eine ganz andere Version der europäischen Zukunft. Sie spekulieren wieder stärker auf einen Zerfall der Währungsunion. Gleichzeitig erreicht die Kapitalflucht aus der Euro-Zone besorgniserregende Dimensionen.

Die erneute Skepsis am Zusammenhalt der Euro-Zone spiegelt sich im sogenannten Euro Break-up Index (EBI) wieder, den das Analysehaus Sentix jeden Monat veröffentlicht. Der EBI-Index ist im Oktober um nicht weniger als 53 Prozent in die Höhe geschossen. Das ist bei Weitem der stärkste Anstieg seit März 2013. Damals drohte Zypern unter der Last seiner Banken unterzugehen und gar aus der Euro-Gemeinschaft auszuscheiden.


Nunmehr erwarten fast zwölf Prozent der Investoren, dass mindestens ein Land in den kommenden zwölf Monaten die Euro-Zone verlassen wird. Im vergangenen Monat hatten weniger als acht Prozent ein solches Szenario für möglich gehalten.

Bemerkenswert sind die Details der Analyse. Danach werden nicht nur die üblichen Verdächtigen als Exit-Kandidaten durchgespielt. Für Frankreich verdreifacht sich die Austrittswahrscheinlichkeit. Mit zwei Prozent erreicht sie den höchsten Stand aller Zeiten.

Sorgen um Italien

Noch drastischer sieht es für Italien aus, das auch im EZB-Stresstest verheerende Ergebnisse abgeliefert hat. Mit fast drei Prozent erreicht der Break-up-Indexwert den höchsten Stand seit Anfang 2013.

Positiv bemerkbar macht sich hingegen der konjunkturelle Aufschwung auf der Iberischen Halbinsel. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Spanien und Portugal sinken zusammen gegen den Trend und liegen inzwischen deutlich unter einem Prozent.

Eine negative Entwicklung macht hingegen der Dauer-Exit-Kandidat Griechenland durch. Hier katapultiert sich der Wert auf neun Prozent in die Höhe. Auch für Zypern, das unter der wirtschaftlichen Nähe zu Russland leidet, ist die Exit-Wahrscheinlichkeit wieder deutlich gestiegen.

"Die Ängste vor einem Zerfall der Euro-Zone nehmen erstmals seit Monaten wieder spürbar zu. Die Probleme an der Konjunkturfront strahlen mit Zeitverzögerung nun doch auf die Stabilität der Währungsgemeinschaft aus", sagt Sebastian Wanke, Stratege bei Sentix. Daran könnten auch die Ergebnisse des Bankenstresstests, die größtenteils zu Beginn des Umfragezeitraums bereits durchgesickert waren, nichts ändern.

Ablesen lässt sich die neue Skepsis auch an den Anleihemärkten. Hier sind die Risikoaufschläge im Vergleich zu zehnjährigen Bundesanleihen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Für griechische Papiere erhöhte sich der Abstand von 450 Basispunkten (also 4,5 Prozentpunkten) im September auf aktuell 650 Punkte. Italien muss statt 130 Basispunkte inzwischen einen Wert von 165 in Kauf nehmen.

Investoren sehen Erholung in Spanien

Auch die Bond-Investoren registrieren die Erholung in Spanien. Der Risikoaufschlag, den die Italiener im Vergleich zu den Iberern zahlen müssen, ist zuletzt auf den höchsten Wert seit 2012 gestiegen. 40 Basispunkte mehr als die Spanier müssen die Italiener inzwischen für die Aufnahme neuer Schulden zahlen.

Zur neuen Euro-Skepsis der Finanzmärkte passt ins Bild, dass auch die Devisenspekulanten wieder aktiv werden. Ihre Terminmarkt-Positionen, mit denen sie auf einen fallenden Euro setzen, haben sie in der vergangenen Woche auf 25,3 Milliarden Dollar erhöht. Dieser Wert liegt nur noch wenige Milliarden Dollar unter der Rekordsumme.

Viel dramatischer und eindeutiger ist jedoch das Krisensignal Kapitalflucht. Die aktuellen EZB-Zahlen zeigen, dass im September unter dem Strich 17 Milliarden Euro die Währungsunion verlassen haben. Schon im August war der Euro-Zonen-Kapitalsaldo erstmals nach langer Zeit negativ ausgefallen. Der September ist jedoch nicht nur der zweite Monat in Folge mit Milliardenabflüssen, sondern auch der größte Schwund seit Februar 2012.

"Normalerweise verzeichnet die Euro-Zone Kapitalzuflüsse, da sie enorme Exportüberschüsse erwirtschaftet", erklärt Thomas Harjes, Ökonom bei Barclays in Frankfurt. "Nur in akuten Euro-Krisen, wenn Anleger mit einem Zerfall der Währungsunion rechneten, kam es zu dem Phänomen, dass die immensen Handelsüberschüsse durch Kapitalflucht überkompensiert wurden."

Tatsächlich exportieren die 18 Länder der Währungsunion deutlich mehr Waren und Dienstleistungen, als sie einführen. Monat für Monat fließen so der Euro-Zone rund 18 Milliarden Euro an frischem Kapital zu.

Kapitalabflüsse nehmen noch zu

Wenn nun die EZB-Statistik 17 Milliarden Euro Abflüsse ausweist, die über das Bankensystem die Währungsunion verlassen haben, heißt das im Grunde nichts anderes, als dass im September rund 35 Milliarden Euro an Kapital die Euro-Zone verlassen haben.

Die britische Investmentbank Barclays rechnet damit, dass diese Euro-Flucht anhält, sodass auch die Gemeinschaftswährung der Euro-Zone weiter unter Druck gerät. Die Währungsstrategen erwarten einen langjährigen Abwärtstrend beim Euro, der frühestens bei 1,10 Dollar zum Stoppen kommen sollte.

Barclays steht mit dieser pessimistischen Prognose nicht allein. Die Deutsche Bank hatte Anfang Oktober ihr Euro-Kursziel auf 0,95 US-Cent gestutzt und dabei der Euro-Zone die größte Kapitalflucht der Wirtschaftsgeschichte vorausgesagt. Eine regelrechte Euro-Schwemme werde den Wert der europäischen Devise Stück für Stück untergraben.

Der Währungsstratege der Deutschen Bank, George Saravelos, erwartet eine dramatische Beschleunigung der Kapitalflucht. So würden die Exportüberschüsse schon bald auf über 400 Milliarden Euro pro Jahr, also gut 30 Milliarden Euro pro Monat, steigen. Doch die Geldabflüsse würden selbst diese Dimensionen übertreffen.

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